Fasten und Hypnose: tieferliegende Themen angehen

Ist weniger mehr?

Iris Feyser

Diä­ten und ihr Jojo-Effekt, da ist weni­ger nicht mehr, weil Diä­ten ein­fach nicht funk­tio­nie­ren. Abneh­men ist in den meis­ten Fäl­len kei­ne Fra­ge der Infor­ma­tio­nen zu gesun­der Ernäh­rung, son­dern eine Fra­ge des Mind­sets. Daher ist die Suche nach dem, was unbe­wusst genährt wird, der Schlüs­sel für das per­sön­li­che Wohl­fühl­ge­wicht.

Für mich ist weni­ger auf jeden Fall mehr! Das ist mein per­sön­li­ches Lear­ning nach mehr als zehn Jah­ren regel­mä­ßi­gem Buch­in­ger-Fas­ten. Da unse­re Psy­che einen sehr gro­ßen Anteil dar­an hat, wie bzw. wie lan­ge wir den Nah­rungs­ver­zicht akzep­tie­ren, ist es wich­tig, offen für die­se Zei­chen zu sein und respekt­voll mit mög­li­chen Fas­ten-Kri­sen umzu­ge­hen.

Warum ist weniger nun mehr?

Es gibt mitt­ler­wei­le zahl­rei­che For­schungs­er­geb­nis­se im Zusam­men­hang mit Fas­ten und den kör­per­li­chen Vor­tei­len. Auch gibt es vie­le Arten zu fas­ten:

Für Gesun­de:
- Fas­ten nach Dr. Buch­in­ger
— Inter­vall­fas­ten
— Basen­fas­ten

Das Fas­ten für chro­nisch Kran­ke immer in Beglei­tung in spe­zi­el­len Kli­ni­ken.

Ich möch­te mei­nen Fokus hier auf die viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten und Vor­tei­le des Fas­tens kon­zen­trie­ren, die sich für gesun­de Men­schen, ins­be­son­de­re auf psy­chi­scher Ebe­ne, erge­ben.

Jeder Mensch lebt in sei­ner Erleb­nis­welt und erzählt sei­ne per­sön­li­che Geschich­te aus sei­nem Blick­win­kel. Die­ser Blick­win­kel ist häu­fig von zurück­lie­gen­den Ereig­nis­sen geprägt, die im Unbe­wuss­ten abge­spei­chert sind und zu Hand­lungs­mus­tern füh­ren, die uns bewusst nicht klar sind. Die­se Hand­lungs­mus­ter kön­nen u.U. destruk­tiv wir­ken und zu men­ta­len bzw. kör­per­li­chen Blo­cka­den füh­ren. Im Ergeb­nis ist es dann oft so, dass es zu kör­per­li­chen Sym­pto­men kommt. Auf der Bes­ten­lis­te die­ser Sym­pto­me fin­den sich Gewichts­zu­nah­me, Blut­hoch­druck, Dia­be­tes, Arthro­se und Burn-out.

Da unser Kör­per täg­lich 75 % sei­ner Ener­gie auf die Bereit­stel­lung und den Stoff­wech­sel von Nah­rung ver­wen­det, ergibt sich hier ein Ener­gie­po­ten­zi­al, das mit Hil­fe des Fas­tens leicht umge­lei­tet wer­den kann.

Es ist zudem bewie­sen, dass Fas­ten die Neu­ro­ge­ne­se anregt. Alber­to Vil­lol­do hat in sei­nem Buch „Das erleuch­te­te Gehirn“ den bio­lo­gi­schen Nut­zen des Fas­tens bzw. einer Reduk­ti­on der Kalo­rien­auf­nah­me fol­gen­der­ma­ßen zusam­men­ge­fasst (eben­da S.194):

  • „Es fal­len weni­ger freie Radi­ka­le an.
  • Die Mito­chon­dri­en kön­nen mehr Ener­gie in Form von Ade­no­sin­tri­phos­phat (ATP) erzeu­gen.
  • Die Anzahl der Mito­chon­dri­en erhöht sich, da neue Zell­kraft­wer­ke ent­ste­hen.
  • Es wird mehr Wachs­tums­fak­tor BDNF gebil­det.
  • Es fin­det weni­ger Apo­pto­se (oder Selbst­mord) von Gehirn­zel­len statt.
  • Der Nrf2-Signal­weg wird akti­viert. Ent­zün­dungs­pro­zes­se im Gehirn flau­en ab, die Ent­gif­tung wird ver­bes­sert, der Schutz vor Oxi­da­ti­on erhöht.“

Auf Gefühls­ebe­ne äußert sich all dies in tie­fer inner­li­cher Ruhe, in einer Erhö­hung der Stress­re­sis­tenz, in tie­fen Gefüh­len von Fröh­lich­keit und inne­rer Leich­tig­keit, einem mas­si­ven Schub der inne­ren Moti­va­ti­on und des Lebens­mu­tes sowie einer geis­ti­gen Klar­heit bzw. einer ver­bes­ser­ten Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit. Kör­per­lich ver­schwin­det häu­fig der Schmerz, das Kör­per­ge­wicht kann redu­ziert wer­den und der Blut­druck senkt sich.

Men­tal öff­net das Fas­ten die Türen zur Lösung von Blo­cka­den, erhöht die Ver­än­de­rungs­wil­lig­keit, weil plötz­lich ganz neue Mög­lich­kei­ten wahr­ge­nom­men wer­den. Es ist leicht, sei­nen Fokus bei­zu­be­hal­ten, da neue Zie­le und Visio­nen erschei­nen.

In mei­ner all­täg­li­chen Pra­xis in St. Peter-Ording an der Nord­see ist Fas­ten ein Tür­öff­ner, den ich mit Hyp­no­se-The­ra­pien ergän­ze. In der Hyp­no­se kön­nen für die Kli­en­ten behut­sam Blo­cka­den auf­ge­deckt wer­den, wodurch sie in der Lage sind, ihre per­sön­li­che Geschich­te von Angst, über­hol­ten Über­zeu­gun­gen und tie­fen Ver­let­zun­gen erst ein­mal zu ver­ste­hen und sie im Anschluss neu zu schrei­ben. Weil mit Hil­fe des Fas­tens so viel Ener­gie frei wird, ist es zusätz­lich ver­gleichs­wei­se leicht, sich mit sei­nen per­sön­li­chen Schwä­chen bzw. Ver­let­zun­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Der Mensch, der inner­lich wach­sen will, kann durch Fas­ten regel­rech­te Quan­ten­sprün­ge absol­vie­ren. Ich per­sön­lich habe gro­ße Ver­än­de­run­gen in mei­nem Leben – pri­vat und beruf­lich – immer im Fas­ten-Modus vor­be­rei­tet, weil uns die­ser Zustand mit einer Klar­heit und Leich­tig­keit für die Umset­zung aus­rüs­tet, die der nor­ma­le All­tag nicht ermög­licht. All mei­ne Kli­en­tIn­nen pro­fi­tie­ren von die­sen Mög­lich­kei­ten und haben nicht nur den Sinn in ihrem Leben neu defi­niert, son­dern haben es auch geschafft, lang ver­ges­se­ne Träu­me und Wün­sche in die Rea­li­tät zu brin­gen. Vie­len Men­schen gelingt es mit die­ser Kom­bi­na­ti­on aus Fas­ten plus Hyp­no­se, Ent­schei­dun­gen zu fäl­len, vor denen sie bis­her mehr­fach zurück­ge­wi­chen sind.

Wie ermöglicht es diese Kombination aus Fasten plus Hypnose, eine solche Veränderungsbereitschaft herzustellen?

Ganz ein­fach. Die Kom­bi­na­ti­on setzt bei der Beant­wor­tung fol­gen­der Schlüs­sel­fra­gen an: Wie kann es gelin­gen, alle in uns ste­cken­den Poten­zia­le aus­zu­schöp­fen? Wie gelan­gen wir an all die tief in uns schlum­mern­den Poten­zia­le?

Eins ist klar: Die­se Poten­zia­le und tie­fe­ren Zusam­men­hän­ge sind kei­nem Men­schen bewusst zugäng­lich. Wir benö­ti­gen einen Zugang zum Unbe­wuss­ten. Hier­zu gibt uns die Theo­rie der Hyp­no­se und der Neu­ro­wis­sen­schaf­ten ein ver­ständ­li­ches Erklä­rungs­mo­dell:

Men­schen sind in der Lage, gesi­chert über drei ver­schie­de­ne Bewusst­seins­zu­stän­de zu ver­fü­gen.

Unse­re Wahr­neh­mung glie­dert sich in einen bewuss­ten und einen unbe­wuss­ten Teil, letz­te­rer wie­der­um schließt einen über­be­wuss­ten Teil ein. In der Hyp­no­se ist es mög­lich, Zugang zu Emo­tio­nen und Erin­ne­run­gen zu bekom­men, die ent­we­der im Kör­per oder in tie­fe­ren Schich­ten des Bewusst­seins gespei­chert sind. Die­se tie­fe­ren Schich­ten bezeich­net man als Unbe­wusst­sein. Sobald spi­ri­tu­el­le Zusam­men­hän­ge um Auf­klä­rung fra­gen, kann in einer beson­ders tie­fen Trance im Über­be­wuss­ten nach den see­li­schen Antei­len der Erin­ne­rung gesucht wer­den. Es geht dann um die see­li­sche Ver­net­zung mit dem Kör­per.

Der bewusste Teil unserer Wahrnehmung umfasst circa 5 %

Inter­es­san­ter­wei­se mei­nen die meis­ten Men­schen, sie han­deln kon­trol­liert und bewusst. Belegt ist jedoch, dass Unbe­wusst­sein und Über­be­wusst­sein den größ­ten Teil unse­rer Wahr­neh­mung und somit unse­res Han­delns beein­flus­sen. Rech­ne­risch sind das 95 %! Logik und Ver­stand sind bei eini­gen Men­schen zwar bril­lant klar, aber die­se Bril­lanz steht weit hin­ter der unse­res Un- und Über­be­wusst­seins.

Mei­ne täg­li­che Pra­xis und Erfah­run­gen sind mit der Erkennt­nis ver­knüpft, dass die­se Welt des Un- und Über­be­wuss­ten an unse­rer ver­meint­li­chen Rea­li­tät eng anschließt. Der Zugang kann unterm Strich als ein­fach und sim­pel ein­ge­ord­net wer­den. Wir benö­ti­gen hier­zu kei­ne Dro­gen. Wir dür­fen uns von der Vor­stel­lung, es gäbe eine Geheim­tür, selbst­be­wusst ver­ab­schie­den. Es gibt heu­te z.B. schon Tech­ni­ken, die zu 100 % über die Atmung Zugang zum Unbe­wuss­ten her­stel­len.

Der ein­zig ent­schei­den­de Fak­tor ist die persönli­che Ent­schei­dung, in die­se Welt ein­tre­ten zu wol­len. Es genügt der Wunsch, Nähe, Tie­fe und inne­re Ein­sicht zu bekom­men.

Schein­bar ohne Anstren­gung sind wir in der Lage, in der Welt des Un- und Über­be­wuss­ten kla­rer zu sehen als im bewuss­ten Zustand. Wir über­bli­cken Zusam­men­hän­ge, ver­ste­hen Lebens­si­tua­tio­nen und erken­nen unse­re Zie­le so mühe­los, dass wir nach dem Ver­las­sen die­ser Welt oft nicht nach­voll­zie­hen kön­nen, war­um wir uns mit Lösun­gen so schwer­ge­tan haben. Oder wir ver­ste­hen – im umge­kehr­ten Fall –, war­um es so schwer war, weil wir eben die­se Zusam­men­hän­ge danach anders zu deu­ten in der Lage sind und mit­hil­fe neu eta­blier­ter Hand­lungs­mus­ter Pro­ble­me end­lich lösen kön­nen.

Fazit

Die The­ra­pie­form Fas­ten plus Hyp­no­se ver­eint Pro­blem­ana­ly­se und Lösungs­fin­dung.

Grund­sätz­lich ist jedoch anzu­mer­ken, dass sich die Kli­en­tIn­nen wil­lent­lich von ihrer Kom­fort­zo­ne ver­ab­schie­den müs­sen, sonst wird es mit den Ergeb­nis­sen eher mager. Wer aber will, der erreicht alles, was er sich vor­nimmt! Fas­ten plus Hyp­no­se ist dem­nach ein Weg, bewusst mit sei­nem Unbe­wuss­ten im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes Bahn­bre­chen­des zu erschaf­fen.

Fas­ten öff­net Türen zum Unbe­wuss­ten allein durch die Tat­sa­che, dass der Ver­stand etwas auf­gibt, was ihn im Nor­mal­fall zu 75 % fes­selt: Die Ver­dau­ung und die Beschäf­ti­gung mit dem Essen. Wenn die­se 75 % frei wer­den, öff­net sich in uns eine Welt von unge­heu­rer Ener­gie und Leich­tig­keit, die sich per­fekt in der Hyp­no­se ent­de­cken lässt. Uns wird klar, dass wir uns an etwas ket­ten, das nicht unbe­dingt gebraucht wird. Der Ver­stand hat oft zuerst sei­ne Mühe, Rou­ti­nen los­zu­las­sen. So wie der Kör­per, der ja z.B. zu Kaf­fee und Süßem meist Abhän­gig­kei­ten auf­ge­baut hat. Aus die­sen Süch­ten aus­zu­stei­gen, kann zu Beginn schwie­rig sein.

Ich habe die Erfah­rung gemacht, dass es trotz aller Effi­zi­enz und Schnel­lig­keit wich­tig ist, sich Zeit zu neh­men. Manch­mal dau­ert es etwas, bis das Unbe­wuss­te Ver­trau­en auf­bau­en kann.

Gas geben, um bewusst mit dem Unbe­wuss­ten Bahn­bre­chen­des zu erschaf­fen… Das eröff­net Mög­lich­kei­ten zum Umset­zen von Träu­men, Visio­nen und ermög­licht ein Leben in inne­rer Ruhe und tie­fer, inne­rer Gelas­sen­heit.

healthstyle

Buchtipp:

Iris Feyser: Gas geben – Bewusst mit dem Unbe­wuss­ten Bahn­bre­chen­des erschaf­fen; e‑book; Link: https://online.iris-feyser.de/gas-geben/

Über die Autorin:

Iris Feyser ist zer­ti­fi­zier­te Hyp­no­se-The­ra­peu­tin und wirkt in eige­ner Pra­xis in St. Peter-Ording. Im Rah­men von Fas­ten-Aus­zei­ten hat sie bereits mehr als 300 Per­so­nen beglei­tet und die­sen Men­schen gehol­fen, inne­re Blo­cka­den zu lösen und ihr gewünsch­tes Poten­ti­al auf­zu­de­cken.

Berufs­qua­li­fi­ka­ti­on: Hyp­no­se-The­ra­peu­tin; Arbeits­schwer­punk­te: Hyp­no­se-The­ra­pie, Fas­ten-Aus­zei­ten, Life-Coa­ching

Kon­takt: hallo@iris-feyser.de

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